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Blog - Februar 2011
Schutt und Asche auf den Straßen Christchurchs [Neuseeland, 2011]
Blog - Februar 2011
Neuigkeiten
Aktuelle News aus Christchurch (englisch).
Geo-Daten
Geologische Details zum Erdbeben vom 22. Februar.
Schwere Erdbeben
Vergleich schwerer Erdbeben und Magnituden.
22. Februar - Schwerste Naturkatastrophe Neuseelands
Für Erdbeben gibt es verschiedene Ursachen. Die häufigste ist, dass zwei Kontinentalplatten aneinanderreiben und sich dabei ineinander verhaken. Wenn sich zu viel Druck aufgebaut hat, löst sich die Verankerung katapultartig: Ein Beben wird ausgelöst.
Am Ende der Welt gehören Erdbeben zur Tagesordnung. Durchschnittlich ereignen sich zwei oder drei jeden Tag. Die meisten sind nur schwach oder sehr tief. Man nimmt sie folglich nicht wahr und wichtiger noch: Sie richten keinen Schaden an der Erdoberfläche an.
Am 4. September letzten Jahres sah das anders aus. Die Menschen in und um Christchurch wurden früh aus dem Bett gerissen. Ein Beben der Stärke 7,1 auf der Richterskala hatte sich ereignet, das bis dahin schwerste seit 1931. Glücklicherweise kam niemand ums Leben und es gab nur einen Verletzten. Die Schäden waren dennoch immens. Versicherungstechnisch sprach man vom fünftgrößten Schaden weltweit seit 2008.
Erdbeben haben typische Charakteristiken. So folgen ihnen zahllose Nachbeben. In unserem Fall wurden bis Februar etwa 4.500 Nachbeben gemessen, darunter zahlreiche schwere der Stärken 4 und 5. Experten warnten davor, dass es normalerweise ein Nachbeben gibt, dass nur eine Magnitude schwächer ist als das Erstbeben. Dieses Beben blieb in Christchurch jedoch aus.
Bis heute! Um 12:51 Uhr erschütterte ein Beben der Stärke 6,3 die Stadt. Das Epizentrum lag nur 750 Meter von meinem Haus entfernt. Ich war zu diesem Zeitpunkt jedoch mitten im Stadtzentrum, wo in den 20 Sekunden Horror vermutlich um die 200 Menschen ihr Leben verloren. Quasi alle Gebäude erlitten Schäden, einige brachen komplett in sich zusammen.
Die Vorwarnzeit war null. Von einen auf den nächsten Moment grollt es mörderisch. Man schaut sich an. Tische verrutschen. Stühle kippen um. Das Licht geht aus. Leute schreien. Panik bricht aus. Was nicht befestigt ist, fällt um. Fünf Sekunden sind vorrüber. Von der Decke rieselt Betonstaub. Man kann sich kaum noch auf den Beinen halten. Das Grollen schwillt beängstigend an. Glas geht zu Bruch. Menschen rennen wild umher, stürzen. Andere flüchten unter Tische. Tunnelblick setzt ein: raus hier! Zehn Sekunden. Eine greischende Frau versperrt den Ausgang. Sie wird zur Seite geschoben. Endlich draußen. Blick nach oben: Himmel, nichts fällt. Sprint durch die Gasse zur nächsten freien Fläche. Mechanik setzt ein. Eine Haussäule zerborstet, Splitter fliegen in alle Richtungen, Betonbrocken kommen herunter. Ausweichen. Gleich da. Glas kommt von oben. Wieder ausweichen. Die Straße weitet sich: endlich Platz. Blick nach rechts: eine Hauswand stürzt ein. Ein unvorstellbarer Lärmpegel. 15 Sekunden. Überall Staub. Dreck. Menschenmassen strömen auf die Straße. Schreie. Tumult. Orientierungslosigkeit. Angstgezeichnete Gesichter. Das Beben lässt nach, der Lärm einstürzender Häuser nicht. Beine zittern. Adrenalin, Adrenalin. Sirenen heulen. Umschauen. Qualm kommt aus einem Haus. 20 Sekunden. Das Grollen endet ... doch das Leiden beginnt erst jetzt.
Ich möchte um nichts auf der Welt das noch einmal erleben müssen. Dank einiger glücklicher Umstände bin ich unversehrt aus dem Chaos gekommen. Die meisten dürften den Medien die wichtigsten Informationen bereits entnommen haben. Ich lasse die folgenden Bilder daher unkommentiert.
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Typisches Straßenbild ()
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Backpacker ()
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Überschwemmte Straße ()
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Kirche ()
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Fußweg ()
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Straßenzug in der Innenstadt ()
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Meine Küche ()
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Mein Bürotisch ()
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Parkplatz ()
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Zerstörtes Eckhaus ()
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Grand Chancellor Hotel ()
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The Rock am Sumner Beach ()
In meinem nächsten Newsletter gibt es einen persönlichen Erfahrungsbericht. Das ist eine von den 350.000 Geschichten, die die gebeutelte Stadt über das Beben zu erzählen hat.
©2000-2011 Sven Obermaier, aktualisiert: 30.9.2011  •  Impressum  •  Technik  •  Sitemap