Homepage der Ruxl Ranch
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Blog - Oktober 2009
Bin jetzt auch Gärtner: Meine Pflanzen im Garten bekommen erstes Wasser [Christchurch, Neuseeland, 2009]
Blog - Oktober 2009
Haus mieten
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1. Oktober - Mein neues Heim
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Blick vom Garten auf die Berge ()
Das wurde auch Zeit. Im Homestay zu leben ist zwar ganz schön, aber nach über vier Wochen war mein Wunsch nach den eigenen vier Wänden unstillbar. Ich bin nach Heathcote Valley gezogen, einem Ortsteil südlich der Statdtmitte von Christchurch. Aufgrund der Tallage ist es recht windstill und wegen der Nordausrichtung schön sonnig und damit wärmer als im Rest der Stadt. Doch das beste an der Lage: Ich genieße einen 180-Grad-Panoramablick auf die Berge.
Als Neuling auf dem Immobilienmarkt habe ich mich noch nicht an einen Hauskauf gewagt, auch wenn das hier gewöhnlich ist. Also suchte ich etwas zur Miete.
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Blick auf Christchurchs Gondola ()
Das läuft für deutsche Gemüter ziemlich seltsam ab. Ich habe online nach Mietshäusern Ausschau gehalten. Zu einem festen Termin stürzt man dann mit zig anderen Interessierten durch die Häuser und gibt bei Interesse ein paar Infos über sich ab. In der Regel spricht man auch nur mit einem Property Manager. Das sind Typen, die von den Eigentümern dafür bezahlt werden, dass sie die ganze Vermietung für sie abwickeln. Die sind bis auf wenige Ausnahmen auch recht lustlos - irgendwer nimmt die Wohnung schon. Und nun glaube man ja nicht, das wären tolle Mietshäuser. So wie der Vormieter das Haus verlässt, so bekommt man das als Nachmieter. Also schon von Müll und Läusen befreit, aber Schäden bleiben in der Regel unrepariert. Oh Mann, was habe ich mir hier anschauen müssen.
Doch Ende gut, alles, gut. Als alter Manager macht man aus der Not eine Tugend: Die Vorselektion wurde kritischer und die Häuser habe ich mir - von außen - allein angeschaut, bevor ich Interesse angemeldet habe. Und dann natürlich einen Termin vereinbart, an dem ich alleine war: "Was übermorgen? Nein, das ist leider zu spät, bis dahin muss ich bei einer anderen Wohnung zugesagt haben. Schade, dabei hat mir Ihr Haus so sehr zugesagt." Und schwupps hatte ich meinen Termin. Und in Heathcote habe ich dann zugeschlagen - als bis dahin einziger Interessent war das auch konkurrenzlos möglich.
Dann habe ich den Mietvertrag abgeschlossen. Beim Kleingedruckten sträubt es einem die Haare, aber so sind die Kiwis eben. Und dass ich nur einen Schlüssel bekommen habe und der andere beim Property Management bleibt, hat auch einen Grund: Die prüfen nämlich, dass ich die Hütte in der Zeit meiner Miete nicht zu Schund richte. Also bekomme ich immer mal Besuch von den Anzugträgern. Ei ei ei, das wird noch spaßig werden ...
3. Oktober - Energieverschwender
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Unnötige Energieverschwender in meinem Haus ()
Eines stellt man hier in Neuseeland ziemlich schnell fest: Alle jammern über hohe Sprit- und Energiepreise - obwohl diese im Vergleich zu Deutschland lächerlich sind - doch keinen juckt es wirklich. So ist in jedem Haus mindestens eine Heatpump installiert (Stromfresser zum Heizen oder Kühlen der Häuser) und in meinem Fall hatte das Haus 29 Glühbirnen installiert mit je 100 Watt. Allein für das Licht in Küche und Esszimmer bräuchte ich jeden Abend eine Kilowattstunde zum Kochen und Essen.
Also bin ich in einen Markt und habe 30 Energiesparlampen gekauft. Als Großabnehmer habe ich mir erlaubt, den Preis nachzuverhandeln: minus 22 Prozent - und das bei meinen mäßigen Sprachkenntnissen. Nun sind alle Lampen gegen 11 bis 18 Watt-Birnen getauscht. Ein gutes Gefühl.
Ich hatte einen Kiwi gefragt, wieso sie keine Energiesparlampen benutzt. Ihre Antwort: Die Dinger wären teuer, würden nicht lange halten und explodieren immer mal. Hallo?? Also in manchen Dingen leben die Grünschnäbel wirklich hinter dem Mond. Ganz ähnliche Vorurteile haben sie über Dieselmotoren in Autos. Ich habe nun eine Mission vor Augen: Aufklärung!
5. Oktober - Grüße aus der Hölle
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Pizza der etwas anderen Art ()
Wer Abwechslung von der italienischen Pizza mag, sollte mal bei Hell vorbeischauen - auch die Website ist ein Blick wert: Die kleinen Teufel, die am unteren Rand laufen, kann man anklicken.
Hab mir hier schon "Mordor" und "Cursed" (verflucht) gegönnt. Die eine ist mit rauchigem Barbecue-Geschmack, die andere mit Senf - nicht wundern, sondern staunen: Die hat wirklich gut geschmeckt.
Wer auf Skuriles abfährt, kann aus der Pizzaschachtel einem Sarg falten. Das sieht aus wie auf dem Bild. In die kleine nagellose Kiste passt ein höllisch gutes Stück Pizza. A prospos Schachtel: Angeboten werden nur die Größen Mini und Double. Das ist eben so, wie man sich das in der Hölle vorstellt: Entweder bekommt man zu wenig oder zu viel. Das perfekte Maß ist nicht verfügbar.
8. Oktober - Südliche Alpen
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Blick vom Strand Richtung Norden ()
Dass die Naturwunder des Landes alle ziemlich nah aneinander liegen, ist mir beim Strandspaziergang erneut klar geworden. Ich hatte heute von hier aus eine bombastische Sicht auf Bergketten der Southern Alps.
Der Vogel im Bild ist einer der hiesigen Entensorten. Die fliegen hier öfter rum und machen witzige Geräusche. Zudem wohne ich in einer Enteneinflugschneise und sehe diese gefiederten Wildtiere so fast täglich.
11. Oktober - Mein Tal
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Heathcote Valley - hier lebe ich. ()
Christchurch ist mit 360.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Neuseelands und die größte der Südinsel. Die Stadt erstreckt sich über mehrere Stadtteile, sogenannte Suburbs. Einer der südlichsten wird Heathcote Valley genannt, weil es im gleichnamigen Tal liegt. Hier wohne ich.
Das Tal ist außer Reichweite von 4-Meter-Tsunamis und doch sind es nur fünf Minuten bis ans Meer - ideal für meine Laufeinheiten. Das Bild zeigt einen Großteil des Stadtgebiets, aufgenommen vom Briddle Path, einem über 150 Jahre alten Wanderweg über die Berghänge nach Lyttelton - perfekt für straffes Wadentraining.
12. Oktober - Haariger Gefährte
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Sein Name ist Donnithorne. ()
Da liegt tatsächlich das erste Päckchen vor meinem Haus und was erwartet mich: ein Kuschelbär mit einem roten Pulli. Das Autohaus, wo ich meinen Mitsubishi gekauft hatte, lechzte nach Feedback. Um mich gut zu stimmen, haben die dem Fragebogen gleich noch ein Kuscheltier beigelegt. Der Outlander scheint wohl gern als Familien-Van benutzt zu werden. Ich hab den Kerl Donnithorne getauft und ihm einen Platz in meinem noch leeren Haus verpasst.
18. Oktober - Humongous Burger
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Zu groß, um allein verspeist zu werden ()
Ich hab's getan: Ich habe einen Riesen-Burger gegessen. Der ist noch größer, als er auf dem Bild erscheint. Ich schätze, der hatte einen Umfang von etwa 30 Zentimeter. Der Geschmack war zwar eher gewöhnlich, aber der Eindruck bleibend.
Einem Insider-Tipp folgend bin ich nach Lyttelton gefahren, um die Kneipe zu finden, in der die "Humongous Burger" verkauft werden. Doch das war ziemlich schwierig. Erst beim zweiten Anlauf hat es geklappt, nachdem mir ein Kiwi aus dem Ort selbst einen Hinweis gegeben hatte. Doch auch er war sich nicht sicher, er hatte noch nie davon gehört - und so knabberte er an seinem putzig kleinen mexikanischen Wrap weiter. Für alle, die es mal hierher verschlägt, der Pub heißt Mitre Tavern. Bitte erwartet eine echte Kneipe: Den Stammgästen klappt der Unterkiefer herunter, wenn ein Tourist die Eingangstür öffnet.
19. Oktober - Verführung
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Der weiß was ihm blüht. ()
Ja sieh mal einer an, wer mich heute beim Shopping angelächelt hat. Tja, die Tüte m&m's landete umgehend in meinem Einkaufswagen. Der Geschmack ist genau, was die Tüte suggeriert: ungewöhnlich und doch lecker.
Lebensmittel einzukaufen ist ähnlich wie in Deutschland und eine wunderbare Art, die Vorlieben der Kiwis kennen zu lernen. So gibt es hier in jedem Supermarkt (zum Beispiel PAK'n SAVE) ein zehn bis fünfzehn Meter langes Regal mit allen möglichen Sorten Toast, aber glaube mal einer, es gäbe ordentliches Brot. Alles ist so fluffig und fällt in sich zusammen, wenn man es nur anschaut. Getränke kauft man in Einzelflaschen oder in Dosen. Flaschen aus Glas sind - außer bei Bier - eher die Ausnahme. Oft fehlen die Angaben, was 100 Gramm eines Lebensmittels kosten und so sind Preisvergleiche auf Basis von Mengenangaben wie 290 ml oder 168 g anstrengend. Für Haarshampoo und Körperpflege gibt es meterlange Regale mit riesiger Auswahl - für Frauen. Männer müssen mit einem ultra-beschränkten Angebot vorlieb nehmen. Jetzt ratet mal, wo ich mein Aftershave kaufen durfte. Da wundere sich noch einer, weshalb einem beim Passieren eines Kiwis entweder Nivea-Duft oder Essiggeruch in die Nase steigt.
21- Oktober - Disneyland daheim
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Mein erstes (fast) eigenes Häuschen ()
Für einen ehemaligen Bewohner einer deutschen Mietwohnung ist ein eigenes Häuschen mit Garten eine wahre Freude. Der Garten ist genial. Der besteht fast nur aus Rasen und außer den zu mähen muss ich nicht allzu viel tun. Ach doch, eines ist wichtig: sich hier in der Sonne zu aalen.
Interessant ist die Bauweise der Häuser. Wenn die Kiwis reden, klingt alles recht toll: Doppelverglasung, Dämmung, effiziente Heizsysteme und so weiter. Schaut man sich so ein Haus mit deutschen Vorstellungen an, weiten sich einem die Pupillen. Wer schon mal in Disneyland war, weiß wovon ich rede: Klopft man an die schönen Gebäude, klingt alles wie hohles Pappmaschee. So auch bei meinem Haus: Die Steine sind aufgeklebt und die Säulen am Hauseingang sind aus Holz und Pappe. Heizungen gibt es meist gar nicht, wenn überhaupt hat man installierte elektrische Heizsysteme, oft nur für ein Zimmer. Die anderen kühlen weiter vor sich hin. Mein bombastischer Zentraltemperaturheizkühltrockner ist zwar flink und lässt sich mit der Fernbedienung in allerlei Finessen programmieren, schluckt aber auch drei Kilowatt pro Stunde. Ich werde das dennoch übersehen, wenn im Sommer die Sonne brennt und ich es kühler haben möchte, oder ich der Luft das Wasser entziehen möchte. Wer so ein Ding in Deutschland installiert, muss wohl damit rechnen, von Frau Merkel persönlich gesteinigt zu werden - die Kiwis tun echt wenig dafür, den CO2-Ausstoß zu senken.
23. Oktober - Erstes BBQ am Strand
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BBQ am Strand von Sumner ()
Der letzte Tag an meiner Sprachschule wurde dank zweier Umstände etwas besonderes. Zum einen war das Wetter irre gute - am Morgen hatte es noch "Katzen und Hunde" geschüttet - und zum anderen organisierten zwei Lehrer ein leckeres Barbecue, kurz BBQ.
Über 20 Sprachschüler sind zum Cave Rock am Sumner Beach gefahren und haben gegrillt. Der Felsen wird so genannt, weil man bei Ebbe durch ihn hindurch laufen kann. Die Möwen sind leider schon total versaut: Die haben aus der Hand gefressen. Zum Glück war denen der Gasgrill selbst zu heiß. Die Steaks waren irre lecker, die Würstchen so lala - das heißt also richtig gut! Denn was die Neuseeländer noch lernen müssen, ist echte Würstchen herzustellen. Das was es hier zu kaufen gibt, ist zu 95 Prozent pures Bäh. Dazu später mal mehr.
24. Oktober - Rasenmähermann
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Mein Porsche: stolze 190 ccm ()
Ohne geht einfach nicht. Wer ein echter Kiwi werden will, muss seinen eigenen Rasenmäher besitzen. Also bin ich los gezogen und habe mich von den einheimischen Profis beraten lassen. Für nen stinknormalen Rasen tut's auch ein kleiner Motor. Aber besser ist natürlich der große: Also werden Grashalme bei mir jetzt mit 190 ccm gestutzt.
Habe das heute ausporbiert. Bin an die Tankstelle, um Benzin für den Schluckspecht zu tanken, und ab damit auf meinen Rasen: Spritzufuhr von "Schildkröte" auf "Hase" gestellt, einmal am Anlasser gezogen und schon röhrte die Maschine mit 75 dB los. Als blutiger Anfänger habe ich zwar nach ein paar Metern die erste Erde umgepflügt - das wird meinen Vermieter gar nicht freuen - aber dann lief das wie am Schnürchen.
Die Kiwis mögen's ja ganz kurz. Alles länger als drei Zentimeter scheint ungepflegt. Ich glaube, mein Rasen erscheint im Vergleich zu meinen Nachbarn wie Wildwuchs. Irgendwo bin ich dann doch noch ein bissl Deutsch.
31. Oktober - Lyttelton Farmers Market
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Blick auf den Lyttelton Farmers Market ()
Lyttelton ist eine kleine Hafenstadt südlich von Christchurch und bekannt für den Hafen, Kohlebergbau und den Humongous Burger. Aber noch etwas hat es zur lokalen Größe geschafft: der Lyttelton Farmers Market. Der findet seit vier Jahren jeden Samstag statt und die lokalen Bio-Erzeuger verkaufen ihre Produkte: Gemüse, Säfte, Obst, Fisch und dergleichen, während mitten auf dem Platz Live-Musik gespielt wird (Jazz).
Lyttelton ist normalerweise eine ziemlich tote Stadt - zumindest war das bislang mein Eindruck. Doch samstags scheint sich ganz Christchurch hier zu versammeln, um den Markt leer zu kaufen. Das Beste auf dem Markt sind die Bäcker, so die Meinung von einem wie mir, der sich nach deutschem Brot sehnt(e).
31. Oktober - Gondola
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Gondola vor der Charteris Bay ()
Das wurde aber auch Zeit. Da wohne ich schon seit vier Wochen in Heathcote Valley und sehe täglich die Gondola. Doch ich habe mich bislang noch nicht durchgerungen, sie mir näher anzuschauen. Ich wollte unbedingt perfektes Wetter abwarten, damit ich auch perfekte Sicht genießen kann. Doch das war heute letztlich egal: Trotz leichter Diesigkeit bin ich eingestiegen und hoch gegondelt.
Von hier oben kann man nicht nur Christchurch überblicken, sondern auch Lyttelton im Süden. Ich habe mir gleich eine Jahreskarte gekauft. Ich bin sicher, den Blick auf Berge, Täler, Buchten, Strände und das weite Meer öfter aufsaugen zu wollen.
©2000-2010 Sven Obermaier, aktualisiert: 22.7.2010  •  Impressum  •  Technik  •  Sitemap